Convenience ABC: N wie Nahversorgung

Convenience ABC: N wie Nahversorgung

Der scharfe Wettbewerb im Lebensmittel-Einzelhandel, der demografische Wandel und die Expansion von Verkaufsflächen haben die Sicherung der Nahversorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs, insbesondere im ländlichen Raum, zu einer immer größeren Herausforderung gemacht. Heute ist die Nahversorgung in vielen kleineren Gemeinden, aber auch in zahlreichen Ortsteilen von größeren Städten nicht mehr überall befriedigend.

 

Wie können vor diesem Hintergrund tragfähige Lösungen gefunden werden, die den spezifischen örtlichen Bedingungen gerecht werden? Die MCS-Partner haben schon frühzeitig begonnen, sich darüber Gedanken zu machen und entsprechende Konzepte entwickelt. Kompetenz in Lebensmitteln ist für die MCS-Großhandlungen nicht nur ein Schlagwort, sondern basiert auf langjähriger Erfahrung in diesem Segment. Mit der Entwicklung eigener Nahversorgungskonzepte wie „Um‘s Eck“ oder „Nah und Frisch“ bietet die MCS erfolgreiche Konzepte zur Sicherung oder Wiederherstellung der Nahversorgung.

Insbesondere in kleineren Gemeinen ist es jedoch zunehmend schwierig geworden, selbstständige Betreiber zu finden, die die Bereitschaft, das Know-how und die finanziellen Mittel mitbringen, um einen Lebensmittelmarkt neu zu eröffnen. Bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts entstanden daher die ersten Initiativen unter bürgerschaftlichem Engagement mit dem Ziel, eine Nahversorgung auf der Basis einer Genossenschaft oder anderer Rechtsformen wiederherzustellen. Mittlerweile hat sich daraus eine erfolgreiche Bewegung entwickelt. Die Zahl der Bürger-Dorfläden wird bundesweit auf über 200 geschätzt; die Mehrzahl davon wird durch die MCS-Partner beliefert.

Von politischer Seite wurde diese Bewegung zunächst etwas skeptisch betrachtet, mittlerweile ist das Thema auf der politischen Bühne angekommen; sei es vor Ort bei Ortschafts- und Gemeinderäten sowie Bürgermeistern oder auch auf der Ebene der Landes- und Bundespolitik. Selbst auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin sind die Dorfläden mittlerweile fester Bestandteil.

 

 

Ohne Nahversorgung verliert ein Ort schnell an Attraktivität. Und zwar nicht nur für die ältere Generation, sondern auch für junge Familien, für Zuwanderer sowie für Gewerbetreibende. Eine funktionierende Nahversorgung bietet heute mehr als nur die Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Insbesondere die Dorfläden stellen heute einen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens dar und bieten den Bürgern eine Möglichkeit zur Kommunikation im „Treffpunkt Dorfladen“.

Dabei hat sich das Konzept und auch das Sortiment des Dorfladens in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Frische und insbesondere regionale Produkte stehen im Mittelpunkt, aber auch der Unterwegs-Verzehr und der Convenience-Gedanke haben im Dorfladen an Bedeutung gewonnen. Eine entsprechend gut frequentierte Lage vorausgesetzt, bieten insbesondere die frühen Morgenstunden und die Mittagszeit für den Dorfladen Umsatzpotenziale.

Coffee-to-go, Snacks und Imbiss-Angebote sind heute ein „Muss“ für jeden Dorfladen. Nachdem zunächst der Kaffee-Konsum auf Stehtischen eher zögerlich angenommen wurde, verfügen heute viele Dorfläden über eine Kaffee-Ecke, die nicht selten zum wöchentlichen Treffpunkt oder gar als Stammtisch genutzt wird. Dorfläden leisten heute einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, steigern die Attraktivität ländlicher Orte und sichern deren soziale Infrastruktur.

Hatte der Begriff „Tante-Emma-Laden“ einst eine abwertende Bedeutung, so ist „Tante-Emma“ wieder richtig in und liegt im Trend. Google gibt dazu 378.000 Ergebnisse aus und selbst Möbel und Tiernahrung werden unter dem Begriff im Netz verkauft.

Neuen Kommentar schreiben