Tops & Flops einzelner Tankstellen-Warengruppen unter dem Corona-Einfluss

Der Lockdown im März und April war für Tankstellen Segen und Fluch zugleich: Einerseits waren die Hygieneauflagen auch für Bistros extrem – und wirkten sich natürlich auf die Umsätze aus. Weiter sind bis heute viele Arbeitnehmer im Home-Office tätig – Pendel-Wege, Kraftstoffabsätze und Impulskauf-Raten bleiben im Minus.

Andererseits: Es waren neben dem Lebensmittelhandel vor allem die Convenience-Stores, die durchgängig und rund um die Uhr öffnen durften.

Fest steht: Zwischen März und Juni veränderten sich die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher an Tankstellen massiv. Die MCS hat die Zahlen beim Marktforschungsinstitut Nielsen recherchiert.

„Diese Analysen sind für Shopbetreiber wichtig, falls sich die weitere Entwicklung wieder zuspitzen sollte“, betont Category Manager Fabian Brüderle. „Das Tankstellensortiment veränderte sich mit Corona nicht nur in Hinblick auf die Artikel. Auch Platzierungen sollten Betreiber überdenken.“

RTDs und Energydrinks: Deutliches, zweistelliges Plus

Das bedeutet konkret: Spirituosenhaltige Mixgetränke, die sogenannten Ready-to-Drinks (RTD), sowie Energydrinks legten mit 24% bzw. 17% massiv zu.

„Wenn die Menschen überwiegend zu Hause sind, wollen sie offensichtlich sowohl beim Arbeiten als auch beim Gaming einen Energie-Kick“, kommentiert Brüderle. Ein Unterschied zu den bisher „gelernten“ Käufergruppen aus vornehmlich Außendienstlern, Pendlern und Urlaubern. „Nicht ohne Grund sehen wir ebenso bei dem Verkauf von Streaming- und Gaming-Gutscheinkarten ein Plus.“ Bei den Energydrinks gewannen vor allem zuckerfreie Varianten und Großgebinde.

„Die stark eingeschränkten Sportmöglichkeiten ließen die Menschen offenbar über ihren Kalorienkonsum nachdenken“, vermutet Brüderle. Dass die 0,5- und 1-Liter-Gebinde der Wachmacher teilweise zweistellige Umsatzsprünge verzeichneten, „könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Kunden das Getränk auch zum Mischen kauften.“ Deshalb sollten diese am POS ebenso präsent sein.

Mehr Sichtbarkeit, mehr Umsatz

„Bei den RTDs muss man berücksichtigen, dass anfangs und teilweise bis heute noch Bars und Clubs geschlossen waren bzw. sind. Und selbst dort, wo Diskotheken unter Auflagen wieder öffnen dürfen, bleiben die Umsätze weit hinter den Erwartungen. Stattdessen genießen viele Kunden nun zuhause die fertig gemischten RTDs.“ Die MCS-Großhandlungen empfehlen dringend, die Produkte sichtbar – möglichst im Hauptkundenlauf und auf Gondelköpfen – zu platzieren.

Das gilt ebenfalls für den deutlich gestiegenen Umsatz mit Bier. Mit +7% ist Bier der drittgrößte Gewinner. Nach den vorliegenden Zahlen ist dieses Wachstum übrigens maßgeblich durch Sixpacks getragen. Weil auch hier „Masse verkauft Masse“ gilt, empfehlen sich Aufbauten oder prall gefüllte Gondelköpfe.

 

 

Rückläufig hingegen waren im entsprechenden Zeitraum die Umsätze mit Fruchtgummi (-12%), Schokoriegel (-16%) und Mineralwasser (-23%). „Die Konsumenten entscheiden sich ganz offensichtlich, sich hiermit im Lebensmittelhandel geplant zu bevorraten. Die bei Convenience-Shops bekannten Impulskäufe fallen weg.

Allerdings sollten Tankstellen überprüfen, ob etwaige Umsatzrückgänge nicht mit einem Corona-bedingt veränderten Laufweg zu tun haben“, gibt Fabian Brüderle zu bedenken. Kämen Kunden beispielsweise im „Einbahnstraßen-System“ erst auf dem „Ausgangs-Weg“ an Fruchtgummi vorbei, „ist klar, dass sie sich deshalb nicht nochmal anstellen.“ Sein Rat: „Die Ware ins Blickfeld rücken und sie in die Aktion nehmen. Noch immer müssen Tankstellen das Vorurteil aus der Welt räumen, pauschal zu teuer zu sein.“

Hierbei helfen kann Social Media. „Die Menschen sind im Home-Office auch privat länger online. Deshalb lohnt sich diese Kommunikation gerade jetzt.“ Die MCS bietet Convenience-Shops schnell und einfach nutzbare Werbevorlagen.

 

 

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