Hightech mit Heimatgefühl: Wie Yobsti die Nahversorgung auf dem Land neu denkt

Die Nahversorgung auf dem Land ist vielerorts bedroht. Wo früher kleine Läden das Herzstück des Dorflebens bildeten, schließen heute häufig die letzten Geschäfte. Die Gründe sind bekannt: Fachkräftemangel, steigende Kosten, fehlende Nachfolger. Yobsti, ein junges Unternehmen aus Mannheim, will diesen Trend umkehren - mit einem Konzept, das Technologie, Effizienz und Regionalität vereint.

Gründer und Geschäftsführer Andre Tiede beschreibt die Ursprungsidee so: „Die Idee zu Yobsti entstand aus dem Wunsch heraus, Landwirten eine Plattform zur Direktvermarktung zu bieten - ein Amazon für Landwirte.“ Anfangs bestand das Sortiment zu 100 Prozent aus regionalen Produkten. Doch schnell wurde klar: Für eine stabile Nahversorgung braucht es auch Markenware. „Nur mit einer Kombination aus regionalen Produkten und klassischer Handelsware bleibt das Sortiment konstant und verlässlich“, erklärt Tiede.

Damit verfolgt Yobsti zwei Ziele: die Lebensmittelversorgung in strukturschwachen Regionen langfristig sichern und gleichzeitig mit digitalen, personalarmen Lösungen dem Fachkräftemangel im Handel begegnen. „Unsere Smart Stores ermöglichen Lebensmittelhandel ohne hohen Personaleinsatz - und das auf emotional aufgeladene, nutzerfreundliche Weise“, betont Tiede.

 

Technologie, die den Menschen entlastet

Das Erfolgsgeheimnis von Yobsti liegt im Zusammenspiel von Digitalisierung und Dorfladen-Romantik. Tiede bringt es auf den Punkt: „Technologie soll den Menschen entlasten, nicht ersetzen.“

Die Stores werden zentral digital gesteuert - Warenwirtschaft, Preisgestaltung und Nachbestellung laufen automatisiert im Hintergrund. Doch jeder Standort behält seine lokale Identität. „Jeder Dorfladen bekommt dabei seinen eigenen Charakter - geprägt durch die Gemeinde vor Ort“, erklärt Tiede. „Unser Ziel ist es, nostalgische Einkaufserinnerungen wachzurufen, etwa an den klassischen Tante-Emma-Laden.“

So entstehen digitale Läden mit Heimatgefühl - individuell im Auftritt, aber effizient im Betrieb.

 

Partner mit Erfahrung und Sortimentstiefe

Für die Umsetzung dieses Ansatzes braucht Yobsti Partner, die Regionalität und Handelspraxis gleichermaßen verstehen. Ein zentraler Baustein ist dabei die enge Zusammenarbeit mit BELA Süd, einem Regionalgroßhändler der MCS-Gruppe.

BELA Süd ist für uns ein zuverlässiger Partner mit gleichbleibender Qualität - das ist die Grundlage für jeden reibungslosen Betrieb“, sagt Tiede. Die Kooperation sorge für stabile Lieferketten und unterstütze die Standardisierung der Abläufe. „Je besser unsere Systeme mit denen der Großhändler verzahnt sind, desto effizienter wird der gesamte Prozess - und desto günstiger wird das Produkt für den Endkunden.“

Auch Anja Roggenbuck, Vertriebsleiterin bei BELA Süd, beschreibt die gemeinsame Arbeit als entscheidenden Erfolgsfaktor: „Unsere langjährige Erfahrung im Lebensmittelhandel - insbesondere mit Dorfläden und kleinen Nahversorgern - bietet uns eine belastbare Grundlage für die Zusammenstellung des richtigen Sortimentsmix.“

Nach einer detaillierten Standortanalyse stimmen sich BELA Süd und Yobsti eng ab, welche regionalen Produkte vor Ort berücksichtigt werden sollen. „Wir ergänzen diese Auswahl um ein Grundsortiment im Preiseinstiegsbereich sowie um Artikel der Markenhersteller“, erklärt Roggenbuck. Eine besondere Rolle nehmen dabei die Eigenmarken Hofgut und Jeden Tag ein. „Diese fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein und bieten unseren Händlern ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal“, so Roggenbuck. Durch ihre fehlende Vergleichbarkeit verschaffen sie den Betreibern Vorteile bei der Margenbildung - „so viele Blickpunktartikel wie nötig, so viele Ertragsbringer wie möglich“.

Das Sortiment wird schließlich durch Trendartikel abgerundet, die Aufmerksamkeit erzeugen und neue Zielgruppen ansprechen.

 

Gemeinsam stark für Innovation

Die Kooperation zwischen Yobsti und BELA Süd geht weit über die reine Warenversorgung hinaus. Sie zeigt, wie Mittelstand und Digitalisierung sich gegenseitig beflügeln können.

„Unsere Zusammenarbeit ist vielschichtig und facettenreich“, sagt Roggenbuck. „Yobsti fordert uns in der Entwicklung gemeinsamer Technologien und Innovationen. Die Handelslandschaft unterliegt enormen Veränderungen, und wir freuen uns, diesen Weg gemeinsam zu gehen.“

Für Tiede ist die enge Abstimmung mit BELA Süd ein Schlüsselfaktor, um Standards zu schaffen, Prozesse zu optimieren und die Nahversorgung auf dem Land wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.

 

Nahversorgung braucht Gemeinschaft

Trotz aller Technik bleibt für Tiede der menschliche Faktor entscheidend. „Die Gemeinde muss hinter dem Projekt stehen - mit Vision, Engagement und einem Willen zur Mitgestaltung“, betont er.

Yobsti sucht gezielt Standorte, an denen die Bevölkerung eine Nahversorgungslücke erkennt und aktiv unterstützen möchte. „Dort, wo eine positive Ausstrahlung und echtes Interesse vorhanden sind, funktioniert Yobsti am besten“, sagt Tiede.

So entsteht eine neue Form des Dorfladens - betrieben durch Technologie, getragen von der Gemeinschaft.

 

Blick nach vorn

Langfristig will Yobsti nicht nur selbst Nahversorger betreiben, sondern mit seiner Softwareplattform auch anderen Händlern den Zugang zu dieser neuen Handelsform ermöglichen. „Yobsti ist als Marke unsere eigene Lebensmittelhandelsplattform für strukturschwache Regionen“, erklärt Tiede. „Gleichzeitig entwickeln wir mit der Yobst GmbH ein skalierbares Softwaresystem, das auch anderen Händlerinnen und Händlern zur Verfügung stehen soll.“

Damit könne Yobsti künftig zum digitalen Rückgrat für viele regionale Handelsinitiativen werden - ob als sichtbarer Laden oder als unsichtbare Plattform im Hintergrund.

So entsteht der Dorfladen der Zukunft: digital gesteuert, regional verwurzelt und menschlich im Kern.

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