Ready-to-Drink: Markttrends und Sortimentschancen für Tankstellen
Fertige Mischgetränke wie Cocktails, Longdrinks und weinbasierte Mixgetränke stehen für unkomplizierten Sofortgenuss und sprechen insbesondere jüngere Zielgruppen an. Das Segment gilt als umsatzstark und bietet ein hohes Impulspotenzial am Point of Sale.
Der deutsche Markt für alkoholische Ready-to-Drink-Getränke erreichte 2025 einen Einzelhandelswert von über 750 Mio. Euro 1. Trotz eines insgesamt bewussteren Konsumverhaltens blieb der Wert der Kategorie stabil bis wachsend. Wachstumstreiber waren vor allem markengetriebene Innovationen, differenzierte Geschmacksprofile und steigende Qualitätsansprüche der Konsumentinnen und Konsumenten.
Gerade für Tankstellen ist diese Entwicklung relevant: Ready-to-Drink-Produkte zählen hier weiterhin zu den umsatzstärksten Spirituosensegmenten und erzielen eine überdurchschnittlich hohe Impulswirkung.
Besonders entscheidend bleibt die Kühlung: 56 % der Kundinnen und Kunden bevorzugen gekühlte Ready-to-Drink-Produkte.
Ready-to-Drink: Breite Sortimente für vielfältige Konsumanlässe
Die aktuelle Marktentwicklung zeigt: Erfolgreiche RTD-Sortimente zeichnen sich durch eine klare Struktur nach Spirituosenbasis sowie eine differenzierte Platzierung im Kühlregal aus. Unterschiedliche Geschmacksprofile und Alkoholstärken bedienen verschiedene Konsumanlässe – entscheidend ist jedoch, diese Vielfalt gebündelt, gut sichtbar und impulsstark zu inszenieren.
Neuheiten und stark nachgefragte Geschmacksprofile wie Cola- oder Vodka-Energy-Kombinationen sollten zusätzlich prominent und aufmerksamkeitsstark inszeniert werden, um Impulskäufe gezielt zu fördern.
ZWEI NEUHEITEN MIT IMPULSPOTENZIAL
Havana Club Spezi: Havana Club Spezi kombiniert kubanischen Rum mit dem deutschen Kultgetränk „Spezi“ und bringt damit erstmals den klassischen Spezi-Flavor gezielt als Premium-Rum-RTD-Variante ins Sortiment. Cola-RTDs wachsen weiterhin dynamisch und sprechen insbesondere jüngere, markenaffine Zielgruppen an 2. Der markante Spezi-Schriftzug im Havana-Club-Design sorgt zusätzlich für hohe Wiedererkennung und starke POS-Wirkung. Damit besetzt das Produkt eine eigenständige Nische innerhalb der Cola-RTDs und verbindet Trendgeschmack mit etablierter Spirituosenmarke.
Gorbatschow Mixed „Skinny Bitch“: Ab März 2026 erweitert Gorbatschow sein Portfolio um „Gorbatschow Mixed Skinny Bitch“ und greift damit den Trend zu kalorienärmeren Longdrinks auf. „Skinny Bitch“ ist nicht einfach ein klassischer Vodka Soda, sondern die Szene-Bezeichnung für eine besonders zuckerarme Variante auf Basis von Vodka, Soda und Limette – hier als trinkfertige RTD-Version umgesetzt. Die Variante kommt mit rund 10 % Vol. Alkohol und einer deutlich reduzierten Kalorienzahl im Vergleich zu klassischen, stärker gesüßten RTD-Longdrinks auf den Markt. Hintergrund ist der anhaltende Konsumentenwunsch nach „cleaneren“, zuckerärmeren Optionen im Alkoholsegment – ohne auf Geschmack und Convenience zu verzichten.
Von Secco bis Aperitif: Die Bandbreite weinbasierter RTDs
Weinbasierte Ready-to-Drink-Produkte reichen heute vom preisgünstigen Secco-Format bis zum markenstarken Aperitif. Varianten wie City Hugo, City Rosato oder City Secco basieren auf Perlwein. Dem gegenüber stehen weinaperitif-basierte RTDs wie Lillet Berry oder Lillet Rosé White Peach. Sie bauen auf einem etablierten Markenaperitif auf und sind stärker lifestyle- und genussorientiert positioniert.
Klassische Cocktails & Longdrinks
Fertige Cocktails wie Bacardi Piña Colada, Bacardi Razz Mojito, Pitu Premium Caipirinha oder Malibu Pineapple stehen für bekannte Geschmacksprofile und hohen Wiedererkennungswert. Longdrinks wie Havana Club & Cola oder Havana Club Lime Mojito greifen ebenfalls etablierte Rezepturen auf und eignen sich besonders für spontane Kaufentscheidungen sowie den unmittelbaren Konsum.
Whiskey-RTDs: Markenstärke im Convenience-Format
Produkte auf Whiskey-Basis – darunter Jack Daniel’s & Coca-Cola, Jack Daniel’s & Berry, Jack Daniel’s & Ginger, Jack Daniel’s & Lynchburg Lemonade, Gentleman Jack & Coca-Cola oder Gentleman Jack Whiskey Sour – bedienen Konsumenten, die etablierte Premiummarken in trinkfertiger Form bevorzugen.
Besonders stark performen dabei Varianten, bei denen zwei bekannte Marken aufeinandertreffen: Jack Daniel’s oder Bacardi jeweils mit original Coca-Cola stehen für maximale Markenwiedererkennung und Vertrauensvorschuss am POS. Gleiches gilt für Absolut Vodka mit Sprite – auch hier sorgt die Kombination zweier starker Marken für hohe Impulswirkung.
Gerade RTDs mit Cola entwickeln sich dynamisch: Das Subsegment Cola-RTD wächst kontinuierlich weiter und legte im letzten Jahr erneut um +19 % zu2. Diese Entwicklung unterstreicht die besondere Relevanz von Cola-basierten Spirituosen-RTDs als Umsatztreiber innerhalb der Kategorie.
VODKA-RTDS: KLARE BASIS, STARKE MIXER-KOMBINATIONEN
Vodka-basierte Ready-to-Drink-Varianten zählen weiterhin zu den zentralen Impulsartikeln im Segment. Produkte wie Absolut Vodka Sprite, Wodka Gorbatschow & Energy, Wodka Gorbatschow & Lemon, Wodka Gorbatschow & Maracuja, Effect Vodka + Energy sowie Three Sixty Vodka Energy und Three Sixty Vodka Energy Zero basieren klar auf Vodka als Spirituosenkern und kombinieren diesen mit unterschiedlichen Mixern – darunter Softdrinks, Fruchtvarianten oder Energy-Drinks.
Erfolgsfaktor RTD: Breite Auswahl plus konsequente Kühlung
Für die Praxis im Tankstellenshop bedeutet das: Ein breit aufgestelltes Sortiment – von weinbasierten RTDs über Whiskey- bis hin zu Vodka-Varianten – in Kombination mit konsequenter Kühlplatzierung stärkt die Impulswirkung und unterstützt den Abverkauf nachhaltig. Entscheidend ist dabei eine klare Struktur nach Spirituosenbasis sowie eine gebündelte Platzierung innerhalb der jeweiligen Kategorie.
Impulsstarke Artikel, Trendprodukte und Neuheiten sollten zusätzlich gut sichtbar und gekühlt positioniert werden. Besonders gefragte Geschmacksprofile wie Cola- oder Vodka-Energy-Kombinationen profitieren von prominenten Platzierungen oder Zweitplatzierungen im Aktionsumfeld.
Empfehlung zur Platzierung nach Basisspirituose
RTDs sollten innerhalb der Regalsystematik nach ihrer Spirituosenbasis gebündelt werden:
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Whiskey-RTDs zu Whiskey-RTDs
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Rum-RTDs zu Rum-RTDs
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Vodka-RTDs zu Vodka-RTDs
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Gin-RTDs zu Gin-RTDs
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Weinbrand-RTDs zu Weinbrand-RTDs
Ergänzend sollten stark nachgefragte Subsegmente wie Cola-RTDs sowie Vodka-Energy-Kombinationen innerhalb ihrer Basis-Kategorie besonders sichtbar platziert werden. Neuheiten und Trendprodukte können zusätzlich über Zweitplatzierungen oder Aktionsflächen hervorgehoben werden.
Diese Struktur erhöht die Orientierung für Konsumentinnen und Konsumenten, erleichtert Vergleichskäufe und stärkt die Kategorie als Ganzes.
Gemeinsame Platzierung im Aperitif-Segment
Aperitifs, Weinschorlen und Secco-basierte RTDs sollten auf einem gemeinsamen Regalboden bzw. in einem klar definierten Block platziert werden. Die Bündelung verwandter Genussanlässe erhöht die Sichtbarkeit des Segments und fördert Zusatzkäufe.
In Kombination mit konsequenter Kühlung entsteht so ein klar geführtes, impulseffizientes RTD-Sortiment mit maximaler Kaufaktivierung.
In unseren Highlights finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Artikel.
1Quelle: Mintel – Germany RTD Alcoholic Drinks Market Report 2025
2Quelle: Nielsen MarketTrack; RTD nach Subsegment; Umsatz in Mio. €, Umsatzanteil in %; LEH+DM; CYTD Juni 2023–2025
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